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Reiche Frucht im Klostergarten (Foto: Elija Lang)
Reiche Frucht im Klostergarten (Foto: Elija Lang)

pfarreiblatt 5/ 2016, 28. Juli bis 25. August

Die Kapuziner im Wesemlin machen sich an die Neugestaltung ihres Gartens. Daraus entsteht ein kleines ökologisches Paradies für die Menschen im Quartier. 

Im Kapuzinerkloster Wesemlin hat sich in jüngster Zeit einiges verändert: Vor einem Jahr wurden die zweieinhalbjährigen Umbau- und Renovationsarbeiten abgeschlossen. Aktuell wohnen noch 13 Kapuziner im Kloster. Bereits seit dem Frühjahr 2015 ist das «Medicum Wesemlin» in Betrieb, ein Zentrum für ambulante Medizin mit Ärzten und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen. Im letzten Herbst ist für zehn Personen die Idee des klosternahen Wohnens in Studios des Südbaus Wirklichkeit geworden. Zurzeit wird das Neubauprojekt «Francesco» vorbereitet. Innerhalb der Klostermauern sollen 30 Zweieinhalb- und Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen entstehen. Baustart ist voraussichtlich im Frühling 2017.

Integration im Gemüsegarten

Auch der grosse, altehrwürdige Kapuzinergarten wird in den Wandel mit einbezogen. Im Einvernehmen mit der Stadtgärtnerei wurden dieses Frühjahr 38 Bäume gefällt. Sie waren zum Teil zu gross und zu alt geworden und ineinander verwachsen. Die beiden Pappeln waren hohl und stellten ein echtes Sicherheitsrisiko dar. Zudem gab es Borkenkäfer-Befall. Vom Holzschlag profitieren konnten einige Quartierbewohner, die Brennholz für das Cheminée bekamen. Zurzeit nutzt das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH Zentralschweiz zwei Drittel des herkömmlichen Gemüsegartens für ein Pilotprojekt. Im Zentrum steht die berufliche, sprachliche und soziale Integration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen. Diese werden im Auftrag des Kantons Luzern von Fachleuten betreut und begleitet. Den übrigen Teil des Nutzgartens bepflanzen mehrere Familien und ihre Kinder aus dem Wesemlin-Quartier.

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Familien aus dem Wesemlin-Quartier pflanzen in einen Teil des Klostergartens Gemüse.
(Foto: Elija Lang)

Luftholen, verweilen, mitwirken

Die Veränderungen der letzten Jahre im und um das Kloster laufen unter dem Titel «Oase-W». Im Zentrum steht die offene, ihrer franziskanischen Grundhaltung verpflichtete Kapuzinergemeinschaft. Zudem will das Wesemlin ein spirituelles Zentrum mit zeitgemässen Angeboten in Meditation, Gebet, Liturgie und religiöser Bildung sein. Weitere Pfeiler der «Oase-W» sind das klosternahe Wohnen sowie der besinnliche Klostergarten. In der dritten Etappe des Projekts «Oase-W» stehen nun die Neugestaltung des Kapuzinergartens und die Sanierung der Klostermauer an. Geplant ist ein kleines ökologisches Paradies. Die grüne Oase mitten im Wesemlinquartier wird für die Öffentlichkeit zugänglich und lädt zum Luftholen, Verweilen und Mitwirken ein. Der dunkle Gehölzsaum begleitet noch immer den Mauerweg und schafft eine mystische Atmosphäre. Auch der historische Weiher wird saniert. Die grosse Wiese bleibt als artenreich blühende Magerwiese erhalten. Mittelpunkt und Treffpunkt bildet ein Gartenpavillon. So wird auch der Garten ein Teil des entstehenden spirituellen Zentrums.
Schon jetzt ist Bruder Paul Mathis von Wil aus mit seinen beiden erlernten Berufen als Baumschulist und Religionspädagoge an der Gestaltung des besinnlichen Klostergartens massgeblich beteiligt. Anfang September wird er vom Kloster Wil her ins Wesemlin umziehen.

Br. Hanspeter Betschart, Guardian Kloster Wesemlin