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bp 2018
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Predigt zum 4. Sonntag in der Osterzeit
Evangelium: Joh 10,1-10
Br. Raphael Grolimund

Jesus Christus: Hirt und Tür.

Karl Flury

Diese beiden biblischen Bilder veranschaulichen, was Jesus ist und was er bedeutet für die, die ihm folgen. Der Hirt ist mir vertraut aus dem Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen.“ Ähnlich formuliert der Prophet Jesaja (40,11): „Seht Gott! Wie ein Hirt weidet er seine Herde, auf seinem Arm trägt er die Lämmer.“

Wie gut ist es für mich, wenn ich gerade in Krisenzeiten glauben kann, das Gott mich trägt, und dass er sein ganzes Volk behutsam durch die Tür ein- und ausführt. Das gibt mir Sicherheit und Wachsamkeit gegenüber den Dieben und Räubern, die nicht durch die Tür sondern anderswo eindringen. Jesus meint mit ihnen wohl seine pharisäischen Gegner und die Schriftgelehrten, die den Menschen „Lasten aufbürden“ und sie bestehlen.

Was meint Jesus heute? Bestimmt gibt es heute nicht weniger Eindringlinge, die die Menschen vereinnahmen, beherrschen und ausnehmen. Wie bin ich froh, durch den Glauben einen vertrauten Weg zu sehen und verbunden mit meinen Lebenswurzeln einen gewissen Stand zu spüren. Ich danke dafür, dass ich beten kann: „Der Herr ist mein Hirt“.

Hirt und Tür stehen miteinander in enger Beziehung. Durch die Tür tritt zuerst allein der Hirt, der die Verantwortung und den Schutz wahrnimmt für alle, die ein- und ausgehen werden. Die Tür ist ein beliebtes Bild im Ersten Testament. In der Nacht von Ägypten bestrichen die Israeliten ihre Türpfosten mit Blut. Das war das Zeichen für ihre Rettung. Eine einmalig hohe Bedeutung hat die Tür dort, wo es heisst: „Höre, Israel! Der HERR, unser Gott, der HERR ist einzig. Darum sollst du den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Und diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und in deine Stadttore schreiben.“ Die letzte und höchste Steigerung ist das „Ich bin“-Wort Jesu: Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.“

Die Tür ist mehr als ein bloßer Durchgang. An ihr ist die Schwelle, die einen großen Schritt, eine persönliche Entscheidung verlangt, den Glauben. Wenn ich diesen Schritt mache, dann finde ich mich drinnen, ich gehöre zum Haus, zu Christus, zu allen, die hier beheimatet sind und ein- und ausgehen. Als Kirche, als Gottes Volk, haben wir das zu bezeugen und den Zugang ins Haus hinein, zum „Leben in Fülle“ zu vermitteln.