Die RedWeek 2024 - Ein leuchtender Ruf der Solidarität
Die innere Illumination unserer Kapuziner Klosterkirche trägt eine vielschichtige Symbolik: Wie das Licht von innen nach aussen strahlt, so beginnt auch der Glaube im Herzen jedes Menschen und leuchtet von dort in die Welt hinaus. Die innere Beleuchtung erinnert uns daran, dass echter Glaube keine äussere Fassade braucht, sondern aus der Tiefe des Herzens kommt und von dort seine Kraft entfaltet. Sie erinnert uns daran, dass wahre Stärke nicht in äusserem Schutz, sondern in innerer Überzeugung liegt.
Die bewusste Entscheidung, den Innenraum zu beleuchten, unterstreicht eine zentrale Botschaft: Wahre Glaubensstärke entspringt dem Innersten und übersteht auch äusserliche Anfeindungen. In der schützenden Geborgenheit unserer Kirchenmauern schafft das rote Licht einen Raum der Besinnung und lädt zur stillen Zwiesprache ein.
Mit Besorgnis blicken wir auf die über 350 Millionen Christinnen und Christen weltweit, die aufgrund ihres Glaubens Diskriminierung und Verfolgung erleiden müssen. Das sanfte rote Licht, das den Kirchenraum erfüllt, erinnert uns an das Blut der Märtyrer und verkörpert gleichzeitig die unauslöschliche Flamme des Glaubens, die selbst in dunkelsten Zeiten weiterbrennt.
Zum Auftakt der RedWeek 2024 hielt Bruder Josef Regli eine bewegende Predigt in unserem Gottesdienst. Hier sind die Kerngedanken aus seiner Predigt:
Er erinnerte daran, dass in etwa einem Drittel aller Nationen die freie Religionsausübung eingeschränkt oder brutal verhindert wird, wobei Christen am häufigsten betroffen sind. Er hob zwei zentrale Hoffnungen hervor, die Kraft in Zeiten der Verfolgung geben können:
- Die Hoffnung auf ein Leben über den Tod hinaus, wo alle Ängste und Leiden ein Ende finden. Diese Hoffnung wird durch Jesus Christus vermittelt, dessen Liebe uns im Sterben und durch den Tod hindurch trägt.
- Die Hoffnung, dass leidvolle Erfahrungen nicht sinnlos sind. Unter Bezugnahme auf das Gleichnis vom Weizenkorn erklärte er, dass aus Leid, das im Vertrauen auf Gott durchgestanden wird, reiche Frucht erwachsen kann.
Diese Gedanken ergänzen unsere Betrachtung der RedWeek um eine spirituelle Dimension und erinnern uns daran, dass der Glaube selbst in Zeiten der Verfolgung eine Quelle der Kraft und Hoffnung sein kann.
In der Stille unserer rotbeleuchteten Klosterkirche verbinden wir uns im Gebet mit verfolgten Gläubigen weltweit. Als Teil eines globalen Netzwerks von Gebäuden, die während der RedWeek rot erstrahlen, setzen wir ein Zeichen der Solidarität. Diese Aktion ist mehr als nur Symbol – sie ist ein kraftvoller Appell für Religionsfreiheit und ein Hoffnungszeichen für verfolgte Christen. Unser rotes Licht verkündet still, aber eindringlich: Wir stehen an der Seite der Bedrängten, und unser gemeinsamer Glaube überwindet jede Dunkelheit.
bruder george