Ein musikalischer Festtag: Bruder Bernardin Heimgartner feiert 90. Geburtstag
Das Festkonzert um 15 Uhr, das über Monate hinweg im Wesemlin Kloster liebevoll vorbereitet wurde, präsentierte ein exquisites Programm mit Meisterwerken der Klassik. Im Zentrum standen Anton Bruckners ergreifendes Adagio aus dem Streichquintett F-Dur (WAB 112) und Wolfgang Amadeus Mozarts bezauberndes Andante aus dem Streichquintett C-Dur (KV 515). Bruckner, dessen Leben und Werk während des Konzerts vorgestellt wurden, schien in seiner Bescheidenheit und tiefen Gläubigkeit eine Seelenverwandtschaft zu Bruder Bernardin zu haben. Ein besonderer Moment war die Darbietung des "Sonnengesangs" von Franz von Assisi, der die franziskanischen Werte in die Feier integrierte.
Die musikalische Darbietung wurde von einem hochkarätigen Ensemble getragen: Bruder Bernardin Heimgartner und Elisabeth Zwicky verzauberten an den Violinen, während Beat Marthaler und Jürg Brocht an den Violen brillierten. Peter Leisegang am Violoncello rundete das Quintett meisterhaft ab. Eva Hohl bereicherte das Programm mit einfühlsam vorgetragenen Texten. Besonders bewegend war der Moment, als die Schwestern das Lied "Ein Haus voll Glorie schauet" anstimmten, in das schliesslich alle Anwesenden mit einstimmten. Mit Trompeten und Pauken wurde die festliche Atmosphäre noch verstärkt.
Schwester Nadja, die sowohl am Anfang als auch am Ende des Anlasses mitwirkte, schuf einen würdigen Rahmen für die Feierlichkeiten. Bemerkenswert war auch die Anwesenheit von zehn Schwestern, die ebenfalls in diesem Jahr ihr 90. Lebensjahr erreichen – ein Zeichen der besonderen Verbundenheit in der Klostergemeinschaft.
Als langjähriges Mitglied der Kapuzinergemeinschaft in Wesemlin und als Spiritual im Kloster Baldegg, wo er als letzter Kapuziner wirkt, hat Bruder Bernardin tiefe Spuren hinterlassen. In seiner bescheidenen Art dankte er allen Mitwirkenden, insbesondere dem Ensemble. Er zeigte sich überwältigt von der Zuneigung und Wertschätzung, die ihm entgegengebracht wurde. In seiner Dankesrede hob er die Bedeutung der Musik und die Freude an der Gemeinschaft hervor. Seine Worte zeugten von der tiefen Dankbarkeit für ein erfülltes Leben im Dienste der Musik und des Glaubens. Besonders erwähnte er seine geistliche Tochter Eva, mit der ihn eine langjährige Zusammenarbeit verbindet.
Der Festtag klang bei einem geselligen Apéro aus, bei dem sich die zahlreichen Gäste austauschen und dem Jubilar persönlich gratulieren konnten. Es war ein Tag, der die aussergewöhnliche Persönlichkeit Bruder Bernardins würdigte – einen Mann, der mit seinem schnellen Gang, seinem jugendlichen Temperament und seiner unermüdlichen Unternehmungslust die Menschen inspiriert und als Priester, Seelsorger und Musiker unzählige Leben berührt hat.
Nach den Worten von Schwester Nadja: Die Klostergemeinschaft ist zutiefst dankbar, Bruder Bernardin in ihrer Mitte zu haben. Seine Präsenz ist ein Geschenk, das weit über die Musik hinausreicht und die Herzen aller erreicht, die das Privileg haben, ihn zu kennen.
Wir danken allen, die zum Gelingen dieser wunderbaren Feier beigetragen haben, und wünschen Bruder Bernardin Gottes reichen Segen für sein weiteres Wirken.
- bruder george