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Die Kapuzinergärten sind nüchtern und ohne viele „Schnörkeleien“ gestaltet. Früher dienten sie vor allem zur Selbstversorgung mit Blumen für den Kirchenschmuck, Gemüse und Obst, wobei der Anbau von Kartoffeln und Kabis (Sauerkraut) vorherrschten. An vielen Orten wurden auch Schweine und Hühner gehalten, um die Küchenabfälle sinnvoll zu verwerten. So auch hier auf dem Wesemlin.

Kabissetzlinge in Hülle und Fülle...
Kabissetzlinge in Hülle und Fülle… (Foto vor 1950)

 

Im Gegensatz zu den monastischen Klostergärten, waren und sind die Kapuzinergärten dem ständigen Wechsel der Klostergärtner und ihrer „Laune“ unterworfen. So konnte kaum eine Kontinuität entstehen, aus der ein „höher“ kultivierter Klostergarten hätte wachsen können. Ein Kapuzinergarten ist in seiner Ausdrucksform vom „Pilger- und Fremdlingsein“ geprägt und in erster Linie funktional ausgerichtet.

Trotz dem ständigen Wechsel der Klostergärtner hat sich aber eine Art „Corporate Identity“ in den Kapuzinergärten der Deutschschweiz herausgebildet.

Garten-Elemente, die sich in den meisten Kapuzinergärten der Deutschschweiz wiederfinden:

  •  Klosterfriedhof meistens im Eingangsbereich (offen und zugänglich gestaltet)
  • Weg der Klostermauer entlang, durchgängig begehbar
  • meist in einem Gartenteil ein wäldchenähnlicher Rückzugsort
  • Gemüsegarten funktional mit Kieswegen und Stellriemen in Quadrate oder Rechtecke aufgeteilt (keine Buchsumrandung!)
  • Obstbaumpergola
  • Spalierbäume an den Hauswänden gezogen
  • Frühbeetkästen
  • Kompostplatz
  • Schneckengarten (der letzte wurde in Sursee 1991 abgebrochen)

 

Gemüsegarten von dem Refektorium

Gemüsegarten vor dem Refektorium  (1950)
Heute stehen  an diesem Ort Autos…

Besondere Aspekte des Kapuzinergartens Wesemlin

Einzigartig und wertvoll erscheint die grosse ausladende Wiese innerhalb des Kapuzinergartens. Hier wird der Wandel der Zeit offenkundig. Während früher rund um die Klostermauer Wiesland war, das extensiv genutzt wurde, betrieb man innerhalb der Klostermauer eine intensive Landnutzung mit dem Gemüsegarten für die Selbstversorgung. Das heutige Erscheinungsbild ist gerade umgekehrt: Während rund um die Klostermauer eine „Urbanisierung“ stattfand, hat sich der Kapuzinergarten zu einer „rural“, abgeschieden „Oase“ verändert. So wird innerhalb der Stadt erfahrbar, was dem Quartier den Namen gab: Wäsmeli – Wasen – Wiesland.

 

Vogelperspektive Wesemlin

2016: Das Wesemlin – eine Oase im dicht besiedelten Stadtquartier
   1889: Das Wesemlin – ein Kloster auf dem Land

Kloster Wesemlin 1889

 

Der Weg in die Zukunft 

Wir Kapuziner beschreiten mit dem Projekt „Lebensraum Kapuzinergarten“ neue Wege. Einerseits ist dieses Projekt mit dem Neubau „Francesco“ ein Teil der nachhaltigen Finanzierungsgrundlage für das Seelsorgeprojekt Oase-W, welche im renovierten Kloster Wesemlin aufgebaut wird.

Andererseits wollen wir mit dem Projekt „Lebensraum Kapuzinergarten“ den ummauerten Klostergarten öffnen für Menschen, welche in der Nähe der Kapuziner arbeiten, wohnen und leben möchten. Zugleich wird auch die grosse Gartenanlage als spirituellen Erholungsraum für die allgemeine Bevölkerung geöffnet.

Der „Lebensraum Kapuzinergarten“ und die Oase-W beruhen auf einem neuen Konzept, mit dem der personell kleiner gewordene Kapuzinerorden seine Sendung in unserer Gesellschaft erfüllen will, seinen Möglichkeiten und den Bedürfnissen der Zeit entsprechend.

Für die Umgestaltung des Kapuzinergartens müssen allerdings noch Sponsoren gesucht werden.


Notwendige Investitionen: