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Bevor das Kapuzinerkloster einen eigenen Raum für die Abgabe einer Mahlzeit an Bedürftige einrichtete, assen die ,,Armen“ im Klostergang.
Die Bank vor der Klosterkirche im Wesemlin wurde für die Speisung der ,,Armen“ errichtet. Es darf vermutet werden, dass diese Bank, beziehungsweise ihre Vorgängerinnen, zu den Anfängen des Klosters gehören. Sie ist das historische Zeugnis für die „Openair“-Suppenstube.

Als 1956 die Suppenstube als eigener Raum in der Klosteranlage gebaut wurde, suchte der damalige Guardian (Leiter des Klosters) Pater Cuthbert das Gespräch mit dem Kanton Luzern, um einen Beitrag on die Betriebskosten der Suppenstube zu erhalten. Denn je nach Jahreszeit wurden damals täglich zwischen 10 bis 70 Liter Suppe mit Brot an Arme, Behinderte und Durchreisende verteilt. Der Regierungsrat des Kantons Luzern entschied, die Suppenstube jährlich mit 500 Franken zu unterstützen. Somit hatte die Regierung damals anerkannt, dass die Kapuziner auf dem Wesemlin einen wichtigen Beitrag zu Gunsten bedürftiger Menschen leisten.

Die Suppenstube des Klosters Wesemlin ist ein Zeichen der Solidarität der Kapuziner mit den ,,Armen“. Im Geiste des Franz von Assisi versuchen wir als Brüder vor Gott mit den Armen zu leben. Diese Kurzformel des Kapuzinerlebens bringt die Solidarität mit den Armen auf den Punkt.

Der Kapuzinerorden versteht sich als Bettlerorden. Insofern sind sie mit jenen Bettlern verwandt, die uns immer wieder fragen. ,,Hesch mer en Stutz?“. Gemäss ihrer Tradition geben die Kapuziner nicht einfach einen Stutz, sondern viel mehr: eine warme Stube, eine gute, gesunde Mahlzeit und sich selber als Ansprechpartner. So kann die Suppenstube auch in Zukunft als ein Zeichen der Solidarität weiterleben.

Im vergangenen Jahr 2016 wurden über 1300 Mittag- und Abendessen in der Suppenstube serviert. Dabei durften wir auf viele helfende Hände vom „Klosternahen Wohnen“ und unseren Mitarbeitenden zählen!
-Thomas, Elisabeth, Ruth, Moorthy, Jörg, Sandra, Rita, herzlichen Dank für eure Mitarbeit!

„Zum ersten Mal kein Wegwerfmensch“  (Adventsfeier mit den Stammgästen der Suppenstube)

 

 

Die Schweizer Tafel und die Suppenstube im Kapuzinerkloster

Am 14. Oktober 2011 hatte Rolf Grund zum Feiern. Vor 30 Jahren schaffte er den Ausstieg aus der Heroinsucht, nachdem er vier Jahre lang an der Nadel gehangen hatte. ,,Damals gab es noch keine sozialen Einrichtungen“, erinnert er sich in einem Interview mit dem ,,Anzeiger Luzern“.
In der Suppenstube im Kapuzinerkloster Wesemlin bekam er mindestens eine warme Suppe mit Brot, hatte eine warme Stube und Brüder als Gesprächspartner. Er fasste den Entschluss, mit dem Konsum von Drogen aufzuhören.
Heute leitet Rolf Demuth die Schweizertafel Region Innerschweiz, auch Luzernertafel genannt. Mit dieser beliefert er unter anderen auch dos Kloster Wesemlin. Fein gekocht werden die Lebensmittel in der Suppenstube an die Kunden weitergegeben.

Eine Erfolgsstory: Der ehemalige Gast der Suppenstube wird zum Lebensmittellieferanten für die Suppenstube im Kapuzinerkloster Wesemlin.