Ein neuer Geschwisterteil am Wesemlin
Am 27. Februar war es so weit: Fabian Bautz empfing seinen Schlüssel und trat offiziell in die Gemeinschaft ein. Dieser kleine Gegenstand trägt eine grosse Bedeutung – er markiert den Beginn einer ersten Kennenlernphase, in der geprüft wird, ob das Zusammenleben für beide Seiten stimmt. Bruder Guardian dankte Bruder Adrian und Bruder Josef herzlich für ihren sorgfältigen Auswahlprozess und ihre begleitende Rolle auf diesem Weg.
Fabian Bautz stammt aus München, hat zwei Geschwister und lebt seit 25 Jahren in Luzern – einer Stadt, die er längst als Heimat empfindet. Beruflich bewegt er sich an der Schnittstelle von Musik und Körper: Zwei Jahrzehnte lang unterrichtete er im Rhythmiksaal Dreilinden, begleitete Kinder an der Musikschule Malters und lehrt heute an der Musikhochschule, wo er Studierende darin schult, den eigenen Körper als klingendes Instrument zu begreifen.
Den Weg ins Wesemlin fand Fabian Bautz durch eine unverhoffte Begegnung: Der Weg in die Stille des Klosters begann paradoxerweise mit dem Klang, als er bei musikalischen Einsätzen in der Klosterkirche die Aufmerksamkeit von Bruder Adrian erregte. Eine spontane Begegnung im Garten legte schliesslich den Grundstein für einen tieferen Dialog über das Suchen und Finden spiritueller Beheimatung.
Klöster und Kirchen haben Fabian Bautz seit Kindheit angezogen, und obwohl sich sein spiritueller Weg stets weiterentwickelt hat, blieb diese Faszination lebendig. Was ihn am Klosternahen Wohnen besonders anspricht, ist die gelebte Offenheit: Kein starres Bekenntnis wird erwartet – hier begegnen sich Menschen auf Augenhöhe.
Die Begrüssung war herzlich und bodenständig zugleich: Bruder Adrian bereitete Spaghetti aglio, olio e peperoncino zu – ein einfaches Gericht, das mit Wärme serviert wurde und für sich selbst sprach. Bei Tisch stiess die Gemeinschaft gemeinsam an und Fabian Bautz brachte in seinen Dankworten etwas Treffendes zur Sprache: Das Verbindende am Wesemlin sei gerade das Unfassbare – jene Dimension von Spiritualität und Gemeinschaft, die sich dem rationalen Zugriff entzieht und dennoch spürbar ist.
Das Klosternahe Wohnen stellt eine zeitgemässe Antwort auf ein weit verbreitetes Bedürfnis dar: In einer zunehmend säkularen Welt wächst die Sehnsucht nach Verwurzelung, nach einem Leben mit spiritueller Tiefe und echtem Sinn. Die Kapuziner stellen im Kloster Wesemlin Wohnstudios bereit – für Menschen, die Nähe zum Ordensleben suchen, ohne ihm vollständig anzugehören. Wer hier wohnt, nimmt freiwillig am Alltag der Brüder teil und kann sich in der Oase-W engagieren – berufsbegleitend oder im Ruhestand. Dieser spirituelle Mehrwert ist das Herzstück einer Wohnform, die ihresgleichen sucht.
Die Klostergeschwister am Wesemlin freuen sich über ein neues Mitglied, das mit seiner eigenen Geschichte, seiner Musikalität und seiner offenen Haltung die Gemeinschaft bereichert. Wir heissen Fabian Bautz von Herzen willkommen.
- Klostergeschwister und Kapuzinergemeinschaft