Ein neues Kapitel für Bruder Raphael
Bruder Raphael Grolimund hat das Spital verlassen und ist ins Kapuzinerkloster Schwyz umgezogen, wo ihm eine gute Betreuung und Pflege gewährleistet wird. Seit 38 Jahren lebte und wirkte der Kapuziner in Luzern, nachdem er zuvor im Kapuzinerkloster Solothurn tätig gewesen war. In Luzern wurde er besonders als Organist an den Werktagsgottesdiensten in der Kapuzinerklosterkirche Wesemlin bekannt, wo er mit seiner schönen Musik und geschätzten musikalischen Literatur für eine fröhliche Stimmung sorgte. Auch als Vorsänger bei der Laudes und der Eucharistiefeier bleibt seine Stimme vielen in bester Erinnerung.
Neben seinem Orgeldienst übernahm Bruder Raphael im Kloster Wesemlin weitere wichtige Aufgaben in der Gemeinschaft und für die Öffentlichkeit. Er arbeitete in der historischen Bibliothek des Klosters, die er wie kein zweiter Bruder kannte, und führte regelmässig Kloster- und Bibliotheksführungen durch. Seine Liebe zu Büchern, insbesondere zu biblischen und liturgischen Themen, prägte viele Gespräche – ob beim Mittagessen, wo er oft über seine Krankheit oder den Heiligen Vater sprach, oder in stillen Momenten der Reflexion. Internationale Politik war ebenfalls ein Thema am Tisch; er analysierte die Tagesschau mit Interesse und Sachverstand.
Als Seelsorger hörte er Beichten und stand den Menschen mit seiner Erfahrung zur Seite. Seine Fähigkeit, selbst in gesundheitlich schwierigen Zeiten die Orgel zu spielen, wird uns in Erinnerung bleiben. Selbst als seine körperliche Kraft nachliess und er auf einen Stock angewiesen war, fand er den Weg zur Orgelempore, um die Gottesdienst-Gemeinschaft mit seinem Spiel und Gesang zu begleiten.
In der Klostergemeinschaft gab er früher Gesangsübungen und prägte so das liturgische Leben mit. Regelmässig fuhr er mit dem Zug nach Zug, um die Liebfrauenschwestern zu besuchen, dort die Liturgie zu feiern und sie spirituell zu begleiten.
Seit Januar 2026 musste Bruder Raphael Grolimund zweimal wöchentlich zur Dialyse ins Kantonsspital Luzern, da seine Nieren nicht mehr perfekt arbeiteten und ihn Krebs begleitete. Trotz dieser gesundheitlichen Herausforderungen, die ihn zum Nachdenken über Krankheit anregten, hörte er nicht auf, Orgel zu spielen und seine Dienste zu versehen. In dieser Zeit entdeckte er das Hören von Hörbüchern und biblischen Texten am Stück, was ihm eine neue Bibelerfahrung schenkte.
Für die Klostergemeinschaft in Wesemlin wird er als Mitbruder fehlen, doch beginnt für ihn im Kloster Schwyz eine neue Lebensphase mit guter Pflege. Die Gemeinschaft dankt ihm für seinen langjährigen Einsatz als Organist, Beichtvater, Bibliothekar und Liturge und wünscht ihm für den weiteren Weg alles Gute, viel Freude und Gottes Segen. Wir freuen uns, dass Bruder Raphael nun in Schwyz gut begleitet wird, und wünschen ihm für diesen neuen Lebensabschnitt Gottes reichen Segen.
- bruder george