Kaffee-Kunst im Kapuziner-Kloster
Erschrocken bleibt die Klosterköchin am Sonntagmorgen in der Küche stehen. Hat sie in der Küche noch Platz das Mittagessen vorzubereiten? Die Küche ist voller grün bekleideten Heinzel-Männer und -Frauen. Da wird gerüstet und gestaltet, jeder Ecken ist genutzt. Und lecker sieht es aus. Der Speichel beginnt zu fliessen von all den feinen Früchten, Broten, Konfitüren, Käsen ... Sogar eineVollkorn-Züpfe hat sich eingeschlichen.
Später an den Tischen im Klostergarten beginnt das Networking. Quartiernews werden ausgetauscht. Und der eine oder andere hat noch unveröffentlichte Baupläne von neuen Projekten im Quartier. Werden das nun für Familien bezahlbare Wohnungen oder eben Luxus-Appartments? Da auch das Kloster voll ist, kann dies auch keine Lösung fürs Wohnen sein. Den Menschen gefällt das Leben im Quartier. Sie möchten bleiben.
Ach ja, Wesemlin kommt von der Wes, der Wiese. Ursprünglich stand das Kloster ausserhalb der Stadtmauern auf der grünen Wiese. Das hat sich gewandelt. Die grüne Wiese ist heute nicht mehr ausserhalb der Klostermauern zu finden, sondern innerhalb dieser denkmalgeschützten Klostermauern zu sehen. Ein Ort der dem Quartierverein wie auch den Bewohner:innen des Wesemlin-Quartiers lieb und wertvoll geworden ist. Nicht nur fürs Quartierzmorge, aber auch.
Br. Adrian Müller