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Bruder Pascal Mettler

Bruder Pascal Mettler wirkt seit vier Jahren in Luzern und hat vorher im Kapuzinerkloster Münster (Nordrhein-Westfalen, DE) gelebt und studiert.

Bruder Pascal arbeitet als Kaplan im Pastoralraum Oberes Entlebuch. Unter den vielfältigen Aufgaben warten viele Auferstehungsfeiern auf ihn. In der Liturgie ist ihm in der Präfation von den Verstorbenen I vor allem folgender Gebetsausschnitt wichtig geworden: Und wenn die Herberge der irdischen Pilgerschaft zerfällt, ist uns im Himmel eine ewige Wohnung bereitet. „Aufgefallen und wichtig geworden“, formuliert Bruder Pascal. Es ist für ihn der entscheidende Satz, der heraussticht und ihn im Gebet begleitet. Dabei erinnert ihn die Präfation ans Alte Testament. Das Volk in der Wüste musste stets neu aufbrechen, d.h. abbrechen und weiterziehen, bis zum irdischen Tod, erst dann folgt Vollendung. Darin erfährt Bruder Pascal eine Befreiung fürs Leben.

Leben heisst Gehen

Das Leben ist das Ziel. So hat es schon das Volk Israel gelernt. Stetes Weitergehen macht das Leben aus und prägt selbst die Erfahrung der Eucharistie eines Pascal. Daher ist für den Kapuziner im Feiern der Messe das Momentum des Paschamysteriums sehr wichtig geworden. Ja, - die Worte überschlagen sich – das Judentum wird seit einiger Zeit stets wichtiger für ihn und gerne erinnert er sich an eine bereichernde Vorlesung eines Rabbiners an der theologischen Hochschule in Chur.

Das Gebet aus der Präfation erinnert Bruder Pascal an die Auferstehung und stärkt seinen Glauben. «Der Geist Christi wirkt durch die Bilder, die Menschen mitbringen», sinniert Bruder Pascal nachdenklich. Der Tod, auch von nächsten Angehörigen, hat ihn immer wieder herausgefordert, aber auch gefördert. Und wenn die Herberge der irdischen Pilgerschaft zerfällt, ist uns im Himmel eine ewige Wohnung bereitet. Für dieses Glaubensbild ist der jüngste Kapuziner im Kloster Wesemlin dankbar.

Zeit zum Lesen, dafür ist er dankbar

In der Klosterbibliothek Olten fand Bruder Pascal das Sachbuch Religionen heute. Darin finden sich heilige Texte vieler Religionen sowie bereichernde Erklärungen. «Wie sucht der Mensch Sinn?» ist eine Frage, die Bruder Pascal sehr beschäftigt. Jeder Mensch sucht Antworten – die konkret gelebte Religion ist die Frucht solchen Suchens. Folgender Text aus dem Buch ist ihm beim Lesen aufgefallen:

Wie immer man die letzte Realität auch empfinden mag: Ihre Grösse inspiriert auch ihre Verehrung. Die äusseren Formen der Religion bestehen zum grössten Teil in den Bemühungen des Menschen, dieser Verehrung Ausdruck zu verleihen und vielleicht in das heilige Stadium der Kommunion mit dem so Verehrten zu treten. …

Die Vorbereitung der Liturgie lässt Bruder Pascal stets neben Sachbüchern und Artikeln auch nach guten, für die Liturgie brauchbare Gedichte suchen. Dabei hat die Poesie eine Brückenfunktion für den Glauben. «Ich mache viele Sachen gern», fasst Bruder Pascal sein vielfältiges Wirken zusammen, doch Lesen ist für ihn stets (fast immer) Freizeit.

Gott ermuntert und beauftragt

Der brennende Dornbusch (Exodus 3) war in den letzten drei Jahren Bruder Pascals biblische Schlüsselstelle. Er findet in dieser Bibelstelle Gottes Heiligkeit und die Antwort des Menschen auf die Begegnung, auf die Erfahrung dieser Heiligkeit Gottes. Gott sagte zu Mose «Komm her und halte mich mal aus». Gott ermuntert den Mose in seine Nähe zu kommen und gibt ihm einen Auftrag. Und diese Erfahrung – Schuhe ausziehen, weil Gott da ist - begleitet den Mose bis zu seinem Tod.

Diese Exodus-Stelle zeigt Bruder Pascal eine Erkenntnis für das religiöse Leben, die unabdingbar ist: Ohne Gottes Berührung, ohne Gottes Auftrag kann er keinem Menschen einen religiösen Weg empfehlen. Dabei staunt Bruder Pascal über die Kraft, die das Volk der Juden in sich trägt. Und diese Kraft findet der Kapuziner auch bei Jesus am Kreuz, der sich weigert zu hassen und das Herz des Menschen berührt. Man könnte sagen, so empfindet es jedenfalls Br. Pascal, dass Christus in seiner Menschwerdung, wie der brennende Dornbusch, die Gegenwart Gottes inmitten der Welt offenbart.

Berühren und annehmen sind für den Luzerner Kapuziner zwei wichtige Grundkräfte, die er auch bei Franz und Klara von Assisi findet. Und da schliesst sich für Bruder Pascal der Kreis vom Dornbusch zu Jesus und dann zu Franziskus und Klara.

Bruder Adrian Müller