Kapuziner-Kosmos
MancheineR frägt sich wie die Kapuzinerkresse zu ihrem Namen kam. War es ein Kapuzinerkresse-schnausender Bruder, der ihr diesen Namen gegeben hat. Das wäre natürlich möglich und einleuchtend. Gelb und rot sind ja nicht gerade Kapuzinerfarben. Meistens wird die braune Kutte und der weisse Bart mit einem echten Kapuziner in Verbindung gebracht. Gut braune Sandalen und ein runder Bauch könnte ja auch noch auf einen Kapuziner hinweisen. doch weit gefehlt solche Spekulationen. Schaut man von der Seite auf die Kapuzinerkresse, so sieht man, dass auch sie eine Kapuzenträgerin ist.
Und da beantwortet sich auch die Frage nach den "Kapuzinern". Wie kamen die Reformfranziskaner zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu ihrem Namen? Die franziskansichen Abweichler haben auf Bildern gesehen, dass Franz von Assisi eine echte Kapuze hat und nicht nur eine stilistische Ausprägung davon. Deshalb sprach das Volk bald von den Kapuzenträgern, den Kapuzinern.
Kapuzineraffen trifft man im Wesemlin keine. Dazu ist wohl der Wald innerhalb der Klostermauern zu klein. Da muss man in einen Zoo gehen. Doch steht unter Wikipedia: "Die Kapuzineraffen (Cebinae) sind eine Primatengruppe aus der Gruppe der Neuweltaffen. Es sind waldbewohnende, allesfressende Tiere, die in Gruppen leben". Ja, das könnte in etwa stimmen. Kapuziner sind während der Reformation entstanden und waren eine neue franziskansiche Ausprägung, die als Orden innerhalb der katholischen Kirche blieben. Es gibt jedoch auch anglikansiche Kapuziner und einzelne Kapuziner sind später zur Reformation übergetreten. Die Mehrheit der Kapuziner machten ihre Ordensreform innerhalb der katholischen Kirche - 2028 können sie dann ihr 500jähriges Jubiläum feiern (1528 entstand ihre Urregel).
Ansonsten kann man sich auch an den Kapuzineraffen orientieren. Die Klöster mussten eine Stunde von den Städten entfernt sein - so waren sie oft in Wäldern gelegen. Sie essen alles - Mendikanten (Bettelorden) sollen essen was auf den Tisch kommt. Und seit dem zweiten Vatikanum ist an den Plenarräten des Kapuzinerordens herausgearbeitet worden, dass es bei den Brüder zuallerst um die Gemeinschaft geht. Dabei wird jeder Bruder realistischerweise sowohl als Geschenk wie auch als Aufgabe gesehen.
Bruder Adrian Müller